Barbara Rütting: "Alle meine Vorträge & Kolumnen".
Interviewausschnitt aus der Zeitschrift ab 40 von, für, über Frauen.
Wie sie leben, was sie denken, wer sie sind  


Redaktion:
Jakob-Klar-Straße 1 80796 München
Tel. + 00 49 (0) 89/34 88 87
Fax. + 00 49 (0) 89/33 41 93 
Gf. Dr. Greta Tüllmann

.....mit dem, was ich jetzt mache, geht es mir gut: Es macht mir Freude, Menschen zu helfen, ihre Ernährung zu ändern, Tieren zu helfen, die Hilfsaktionen für die östlichen Länder, all das macht mich glücklich, obwohl diese Arbeit strapaziös ist und nicht honoriert wird. Die Leute fragen sich, warum macht sie das und sind mißtrauisch. Das "Scheitern" meiner Idee einer Ökosiedlung hier in Österreich ist so ein Beispiel. Fünf Jahre lang habe ich ehrenamtlich daran gearbeitet und außerdem viel Geld hineingesteckt. Es gab viel Widerstand von allen Seiten. Irgendwann mußte ich aufgeben. Vielleicht mußte ich auch selbst noch mehr leiden, noch mehr Einsamkeit und Verzweiflung erleben. Im Nachhinein war alles richtig. Das schöne ist, daß die Vision geblieben ist. Manchmal komme ich mir vor wie ein Maulwurf, der buddelt und buddelt - so lockert er die Erde, und andere kommen und dürfen pflanzen. Ich freue mich, daß ich gelernt habe, diese Maulwurftätigkeit zu akzeptieren.

Barbara Rütting mit ihren Pferden

Vorträge
:
Vegetarisch Leben - zur Heilung der Erde?
"Fingerfood vegetarisch"
"Schrot und Korn"
Welt-Vegetarier-Kongress in Chiang-Mai- Thailand
Trainerin für Lachen und Weinen

Interviewauszug aus der Zeitschrift:
ab 40
Zeitschrift von, für, über Frauen. 
Wie sie leben, was sie denken, wer sie sind
Redaktion: Jakob-Klar-Straße 1 80796 München, 
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GF Dr. Greta Tüllmann
                               

Barbara Rütting:

Liebe Barbara Rütting, Sie haben einen ungewöhnlichen, sehr lebendigen Lebensweg mit großen Umbrüchen, weg von der Kunst einer berühmten, geliebten Schauspielerin in die alltägliche Realität einer Missionarin für gesunde Ernährung. Sie sind sogar mit der Erfindung Ihres Brotes noch spät Unternehmerin geworden und sie haben jetzt, im Alter, die Vision eines Ökodorfes entwickelt. Sie arbeiten daran, daß diese Vision Wirklichkeit wird - also fast Aussteigerin?
B. R.: Ich würde eher sagen, ich bin in meinem Leben öfters umgestiegen, ausgestiegen bin ich nie. Ursprünglich wollte ich Medizin studieren, den Menschen helfen. Das war durch die Wirren der Nachkriegsjahre nicht möglich. Es entstand die Sehnsucht zur Schauspielerei - eigentlich eine Flucht vor der Wirklichkeit. Ich komme nicht von der komödiantischen Seite her, ich wollte als "Heilige Johanna" für die Menschheit verbrennen; es war immer eine Art Helfersyndrom dabei. 30 Jahre war ich Schauspielerin am Theater, beim Film, beim Fernsehen, habe alle Neurotikerinnen der Weltliteratur gespielt, von Ibsen über Strindberg bis Shakespeare. Ich habe meine Rollen aber nicht gespielt, sondern gelebt, in jeder Aufführung habe ich richtig geheult und war entsprechend erledigt. Ich spürte, daß ich Schaden an meiner Seele nehmen würde, wenn ich diesen Beruf weiter ausüben würde, das ich daran kaputt gehen würde.

So habe ich rigoros meine Karriere als Schauspielerin abgebrochen, auch äußerlich sichtbar, indem ich mir die Haare abschnitt und nicht mehr färbte. Damals war ich bereits beim Tierschutz engagiert und hatte erfahren, daß auch für Haarfärbemittel Tierversuche gemacht werden. 1982 beendete ich meine Schauspielkarriere ganz bewußt, obwohl alle sagten, ich sei verrückt. Ich habe es nie bereut. Inzwischen hatte ich angefangen, Bücher zu schreiben. heute sind es bereits sind es bereits zehn Bücher. Am Anfang glaubte niemand, daß ich damit Erfolg haben würde - vegetarische Kochbücher, kein Fleisch, kein Fisch - das kann doch nicht gut gehen. Inzwischen haben meine Bücher eine Gesamtauflage von etwa 1 Million. Interessant ist, daß ich nie daran gedacht habe, mit dem Schreiben Geld zu verdienen, mit der Schauspielerei war das genauso, sogar mit dem Brot, daß ich zufällig erfunden habe. Ich habe eigentlich nie etwas gemacht, mit der Absicht, damit das große Geld zu verdienen, sondern weil ich es machen mußte, weil mich etwas bewegte und beschäftigte. Das Geld kam dann von selbst geflossen.

ab 40: Das ist für mich ein gutes Beispiel für das, was wir in diesem Heft gern als "weibliches Wirtschaften" bezeichnen: etwas aus dem persönlichen Sinnzusammenhang zu machen. Dann entsteht ein wirtschaftlicher Kreislauf daraus und nicht diese abgetrennte Denken, wie mache ich jetzt das große Geld. Das würde für uns Frauen nie gehen.

Ihre Barbara Rütting

 

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